Impulsvortrag vor der Zehnten Altenberichtskommission
Im Rahmen einer „Summer School“ an der Katholischen Hochschule Freiburg hat die Vorsitzende des Fachverbandes Kunst- und Kulturgeragogik e.V., Christiane Kaminski, Ende Juni 2026 einen Impulsvortrag über „Die Kulturelle Bildung im Alter. Ein Blick in die und aus der Praxis“ gehalten. Vor den Mitgliedern der Sachverständigenkommission für den Zehnten Altersbericht der Bundesregierung und des Arbeitskreises Geragogik der Deutschen Gesellschaft für Gerontologie und Geriatrie e. V. stellte Christiane Kaminski die Arbeit des Fachverbandes vor. Sie gab anhand ausgewählter Praxisbeispiele Einblicke in die kunst- und kulturgeragogische Arbeit seiner Mitglieder im gesamten Bundesgebiet.
Handlungsempfehlungen an die Politik
Am Ende ihres Vortrages gab die Vorsitzende des Fachverbandes der Altenberichtskommission die folgenden Handlungsempfehlungen mit auf den Weg. Adressat ist letztlich die Politik, die die Erkenntnisse und Empfehlungen des Zehnten Altenberichtes in entsprechende Maßnahmen und Gesetzen umzusetzen hat.
- Kulturelle Bildung im Alter fördert soziale Kontakte, Zugehörigkeit und Selbstwirksamkeit sowie insgesamt die Lebensqualität im Alter. Daher müssen kulturgeragogische Angebote für Ältere als präventive und gesundheitsfördernde Maßnahmen anerkannt und gefördert werden.
- Kulturgeragogische Angebote für Ältere sollten ebenfalls als Baustein kommunaler und nationaler Strategien gegen Einsamkeit gefördert werden. Das stärkt das Gemeinwesen und entlastet langfristig ebenso das Gesundheitssystem wie die pflegenden Angehörigen.
- Die besonderen Herausforderungen in ländlichen und strukturell benachteiligten Regionen müssen in den Blick genommen werden. Die Digitalisierung muss verbessert werden. Nur so wird älteren Menschen flächendeckend der Zugang zu kulturgeragogischen Angeboten ermöglicht. Dies kommt auch dem höheren Anteil alter Menschen und ihrer pflegenden Angehörigen auf dem Land zugute.
- Kunst und Kultur verbinden Menschen. In ihnen begegnen sich Menschen jeden Alters und jeder Herkunft. Die vielfältigen Angebote der Kunst- und Kulturgeragogik müssen gefördert werden als Beitrag zur Integration in der Vielfaltsgesellschaft.
- In den Blick genommen werden müssen insbesondere die individuellen biografischen Hintergründe der älteren Menschen.
- Die Zielgruppe selbst muss in eine partizipative Konzeptentwicklung einbezogen werden. Nur mit kann sichergestellt werden, dass die Angebote relevant und zugänglich sind.
Die Arbeit der Sachverständigenkommission
Die Sachverständigenkommission für den Zehnten Altersbericht der Bundesregierung hat den Auftrag, bis zum Frühjahr 2027 einen Bericht zum Thema „Bildung und Lernen im Alter“ zu erstellen. Darin soll die Bedeutung von Bildung und Lernen für das Leben im höheren Lebensalter untersucht werden (mehr unter: www.zehnter-altersbericht.de). Um zentrale Lernfelder einzuordnen, möchte die Sachverständigenkommission inter- und transdisziplinäre Perspektiven für den Bericht fruchtbar machen. Zu den Lernfeldern, die im Zehnten Altersbericht behandelt werden sollen, gehört unter anderem die Kulturelle Bildung.
Vor diesem Hintergrund veranstaltete die Kommission gemeinsam mit dem Arbeitskreis Geragogik der Deutschen Gesellschaft für Gerontologie und Geriatrie e. V. eine „Workshop“Summer School“, um mit eingeladenen Expert*innen Herausforderungen und Potenziale zentraler Lernfelder aus den Perspektiven von Wissenschaft und Praxis zu erschließen. Zugleich sind Empfehlungen für die Ausgestaltung von Bildungs- und Lernangeboten in den Bereichen Kulturelle, finanzielle und politische Bildung sowie Gesundheit und Prävention diskutiert worden. Dabei wurden sowohl gegenwärtige als auch künftig zu erwartende Entwicklungen sowie deren Bedeutung für ältere Menschen in den Blick genommen.
Danksagung
Dank sei an dieser Stelle Katja Schöppe-Carstensen, Vorstandsmitglied des Fachverbandes Kunst- und Kulturgeragogik e.V., gesagt für die engagierte und fachkundige Mitarbeit an der Vortragspräsentation.
Dr. Silke Migala vom Deutschen Zentrum für Altersfragen gebührt ein herzlicher Dank für die umsichtige und freundliche Organisation der „Summer School“.
Prof. Dr. Cornelia Kricheldorff, Vorsitzende der Zehnten Altenberichtskommission, danken wir für die kompetente Leitung der „Summer School“ und die Gastfreundschaft an der Katholischen Hochschule Freiburg.
Ebenso sei Prof. Dr. Julia Steinfort, Mitglied der Zehnten Altenberichtskommission, gedankt für den Kontakt zur Kommission und zum Arbeitskreis Geragogik.
Last not least gilt ein besonderer Dank Dr.in Miriam Haller von der kubia, die in einem weiteren profunden Impulsvortrag in diesem Rahmen die wissenschaftlichen Grundlagen, Theorien und Forschungsergebnisse zur Kulturgeragogik dargelegt hat.


