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Annie

Ein intergenerationelles Theaterprojekt im Stadtteil Köln-Zollstock

Foto: Claudia Mund

 

Ich geleite dich auf den Pfaden der Kultur und bringe dich zum Leuchten.

Gut behütet durchs Leben – Szenen mit Hüten & eine Schiffsreise !

Als Kulturgeragogin eröffne ich Spiel- und Dialogräume für die Begegnung zwischen Kindern und Älteren. Über das Medium Theater zettel ich einen neuen und weiterführenden Dialog zwischen den Generationen an und weiß im Vorfeld selbst nie genau, was passieren wird - das ist das Spannende und Offene an meiner Arbeit. Daher habe ich mir das allzu detaillierte Planen abgewöhnt - denn meine wichtigste innere Leitfrage als Anleiterin lautet immer: Was wollt ihr?

Das Theaterspielen als aktive Brücke zwischen Jung & Alt zu nutzen liegt für mich auf der Hand und mir am Herzen … und in der Natur der Sache - denn das Medium Theater birgt alles, was auch schon ursprünglich im Menschen angelegt ist und weiter unterstützt werden kann und sollte, egal in welchem Alter : Die Freude an der Bewegung, die Neugierde auf andere Menschen, Empathie für- und Achtung voreinander, ebenso das Spiel in seiner Zweckfreiheit als Grundlage zum Improvisieren. Es erlaubt Selbstbestimmung und Kreativität auf allen Seiten sowie den Einsatz vielfältiger Methoden und Medien: Theater, Tanz, Kunst, Musik, Sprache!

Unser gemischtes Ensemble von Achtung ! SpielFreude ! besteht aus sechs Kindern zwischen 7 und 10 Jahren und sechs Erwachsenen zwischen 67 und 91 Jahren. Alle kommen, weil sie Lust auf das Theaterspielen haben. Über diese Gemeinsamkeit werden anfängliche Unsicherheiten überwunden und das Alter schnell unwichtig.

Der Einstieg zu unserem zweiten gemeinsamen Stück begann im Oktober 2019. Mit Hüten in allen Variationen kamen wir in Begegnung, ins Spiel, in die Erinnerungen, ins Fabulieren. Dabei setzten sich alle mit großer Freude mit einem neuen Spiel-Thema auseinander. Auch gibt es viel Spielraum und Anlass zum Lachen und für persönliche Anekdoten und Erlebnisse. Nicht selten können und wollen wir diese dramaturgisch in unsere Stücken einbauen. 

Das Stück
 
Im Laufe der ersten Probenarbeiten mit Hüten & Kopfbedeckungen kristallisierte sich bald heraus, welcher Spielort es sein soll: Eine Kapitänsmütze gab den Ausschlag – wir machen eine Schiffsreise! Drei Geschichten erarbeiteten wir daraufhin zu einem übersichtlichen und schlüssigen Szene-Reigen:
Aber bitte mit Sahne! - spielen Lotti, Eva und Maria
Knochenarbeit an Deck - spielen Lisa, Enya, Sina und Lotte
Der blinde Passagier – spielen Stas, Steven und Ursula

Die Teams

In Gruppen und Tandems werden weiterführende Ideen und Gedanken ausgetauscht; zunächst Absprachen im Dialog miteinander gehalten, was viel Fruchtbares und Neues an die Spiel-Oberfläche bringt. Die eigenen Ideen sind für unser Stück entscheidend, da natürlich und authentisch. Und dann heißt es: Bühne frei zum Improvisieren! Texthefte haben und brauchen wir nicht. Wir spielen unsere Szenen reihum und reflektieren gemeinsam. Was war gut? Was soll bleiben?


Die Figuren

Die Rollen entwickeln sich dabei auf der Bühne durchs Ausprobieren und durch die positiven Rückmeldungen zuschauender Ensemble-Mitglieder. So werden Profile, Ziele und Eigenarten schnell klarer. Es gibt gelegentlich auch die eine oder andere Streitigkeit zwischen den Figuren, denn nur Harmonie - das merken alle - wird mit der Zeit langweilig. Wir wollen Dynamik und Spannung und sehen dann, ob und wie sich die Figuren wieder vertragen.

Die Ausstattung

  Außerdem mussten bald neue Hüte her, und einige Requisiten. Alle schauten zu Hause, was sie fanden und beim nächsten Mal mitbringen konnten. Unser Budget ist klein und das soll auch so sein. Denn selbst gemacht und selbst gesucht heizt unsere Lebensfreude und Kreativität mächtig an.

Die Dimensionen

Die Chancen und Bandbreite, die in der gemeinsamen Arbeit mit diesen beiden Generationen liegt, führen über das gemeinsame bevorzugte Medium Theater in die beiden unterschiedlichen biographischen Orientierungen: Die Erinnerungsarbeit bei den Älteren und die Visionsarbeit bei den Kindern. So können sie sich über die Dimensionen Vergangenheit und Gegenwart gegenseitig bereichern und obendrein spielerisch eine gemeinsame Zukunft schaffen und gestalten.

Zwei Perspektiven

„Ich mag Theater sehr. Heute im Altersheim haben wir tolle Sachen gemacht. Wir haben nämlich unseren Freunden eine kleine Vorstellung gegeben, wo wir verschiedene Hüte vorgestellt haben, außerdem haben wir gesungen und getanzt. Am Ende haben wir Mein Hut, der hat drei Ecken gesungen.
Jetzt möchte ich euch erzählen, was beim Theaterspielen so toll ist. Es ist richtig toll, wenn man was geschafft hat. Außerdem kann man immer sich was ausdenken, was es gar nicht gibt und man kann seiner Kreativität freien Lauf lassen.“ (Lotti)

„Die Kinder zeigten uns, was sie gestern bearbeitet hatten. Auf dem Boden lagen zahlreiche Hüte. Nach und nach setzten die Kinder die Hüte auf und tanzten miteinander nach Wiener Kaffeehaus-Musik. Je nachdem wie der Hut getragen wurde veränderte sich die Persönlichkeit des Trägers. Ein Zylinder auf dem Kopf machte aus dem Spieler eine vornehme Person, unterstrich seine Persönlichkeit. Dagegen wurde der Hut in der Hand gehalten und nahm der Spieler eine gebeugte Haltung ein, so wirkte die gleiche Person unterwürfig. Im Verlaufe des Nachmittags wurden Vorschläge für den Fortgang der Geschichte gesammelt. Wo sollte die Geschichte spielen? Auf einem Schloss? Oder auf einem Kreuzfahrtschiff? War Marie-Teresia eine Königin oder eine Kapitänin? Annie notierte alle Vorschläge. Die Versammlung endete so, wie sie begonnen hatte, mit dem Lied: Mein Hut, der hat drei Ecken. Ich freue mich schon auf das nächste Mal, was leider erst im Januar stattfindet.“ (Maria)

Der Ausblick

Unsere Aufführung im April 2020 musste leider abgesagt werden. In dieser Endproben-Dynamik derart ausgebremst zu werden, schmerzt alle Gemüter - ob alt oder jung! Gemäß meiner Leitfrage: Was wollt ihr? werde ich in diesem herausfordernden Jahr das Projekt mit meinen Leuten auch und nur über deren Ideen zu Ende bringen - in einem anderen, vermutlich neuen Format. Nach dem Erwachen aus der ersten Krisen-Schock-Starre machen wir uns nun auf die Suche nach einem akzeptablen, variablen und teilhabe-orientierten Modell in diesen Zeiten! Wie das genau aussehen wird, und ob ich meine Crew auch ohne echte Bühne zum Leuchten bringen kann, weiß ich noch nicht.

Wir machen uns einfach auf den Weg … und bleiben gesund & gut behütet!

Kontakt :
Annette Windgätter
Kulturvermittlerin * Theaterpädagogin * Kulturgeragogin
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! * 0172 5256026 * Köln
Achtung ! SpielFreude !
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