Fachtreffen 2025 in Wolfenbüttel
Das Fachtreffen der Kunst- und Kulturgeragogen fand vom 28. bis 30. November 2025 in Wolfenbüttel statt. An die Mitgliederversammlung vom Freitagnachmittag schlossen sich zwei Tage mit Workshops, Diskussionen und künstlerischem Input an. Durch den Termin so spät im Jahr kamen wir in den Genuss des zumindest optisch erfreulichen Anblickes des Wolfenbütteler Weihnachtsmarktes auf dem Schlossplatz.
Diesmal ging es um kreatives Schreiben und die Erstellung von Bildern aus Geschichten. Genauer: um die Erzeugung eines Comics, aus der idealerweise zuvor verfassten Kurzgeschichte – soweit die Theorie. In der Praxis reduzierten sich die Kurzgeschichten auf kleine Momentaufnahmen und Erinnerungsnotizen, die im Zuge einer zehnminütigen Übung in automatischem Schreiben entstanden waren. Die Autorin und Dozentin für Kreatives Schreiben Kathrin Lange führte sachkundig und elegant durch den Vormittag und konnte jedem dazu verhelfen, Texte zu Papier (oder zu Tablet) zu bringen, mit denen sich im zweiten Teil der künstlerischen Praxis arbeiten ließ!
Die anschließenden paar Stunden des Workshop mit Kay Strathus waren naturgemäß zu kurz bemessen, um aus dem Geschriebenen eine längere Graphic Novel zu machen, aber das war auch gar nicht die Absicht des Workshops. Unser Vorhaben war der Einstieg in die Bebilderung einer Geschichte, und das gelang allen Anwesenden auf unterschiedliche Weise ganz hervorragend.
Als interessant ist am Ergebnis vielleicht zu vermerken, dass mehr als die Hälfte der Teilnehmer auf die Bilderzeugung mit KI-Werkzeugen setzte nachdem eine Teilnehmerin, die in wenigen Sekunden auf diese Weise am Handy ein passendes Bild erzeugt hatte, allen vorgeführt hatte, wie einfach das geht.

Da die Arbeitsbedingungen in der Bundesakademie bekanntlich ideal sind, gab es keine Probleme, die so erzeugten Bilder auszudrucken, auszuschneiden, auf die Panels zu kleben und die Comics mehr oder weniger fertigzustellen. Natürlich gab es auch Teilnehmer, die sich ganz old school und traditionell mit Stift und Farben an die Arbeit machten.

Insgesamt war es ein intensiver, unterhaltsamer und lehrreicher Nachmittag (teilweise Abend), dessen Resultate – die Bildgeschichten – oft sehr persönliche Erinnerungen und Erlebnisse widerspiegelten. Zu guter Letzt und da wir nun schon mal mit KI unterwegs waren, begann der Workshopleiter, die so erzeugten Comics zu kleinen Animationen umzuwandeln. Diese werden wir hier nach und nach vorstellen. (Der Vorgang ist ein relativ zeitaufwändiger, daher können wir die Filme nicht alle auf einmal einstellen – seid also gespannt!)
Der Sonntagmorgen war der gemeinsamen Betrachtung der Arbeitsergebnisse gewidmet, hauptsächlich aber einem Vortrag der Expertin für Lobbyarbeit Ina Rosenthal aus Berlin. Sie war online zugeschaltet und setzte die Anwesenden darüber ins Bild, wie man möglichst charmant und zielgerichtet Verbindungen knüpft und Fördermittelgelder akquiriert. Ihre Ausführungen stießen auf gemischte Reaktionen. Während es für die einen sicherlich eine praktische Tour de Force über professionelle Lobbyarbeit war, kritisierten andere, dass gerade dies das Elend im Kultur und Sozialbereich sei. Gerade dort stecken ja die in diesem Bereich Tätigen ständig in der Situation, dass es für ihre Arbeit kein Geld gibt und sie deswegen bei Politik und Kapital möglichst erfolgreich antichambrieren müssen.

Für diejenigen, die anschließend noch nicht wieder nach Hause fahren mussten, gab es ein erfreuliches Highlight zum Abschluss: Co-Vorsitzende Sabine Resch-Hoppstock nahm die übrige Gruppe mit nach Schloß Schliestedt, wo sie fünfzehn Jahre lang Pflegedienstleiterin war und derzeit eine Comic-Ausstellung organisiert hatte. Alle waren beeindruckt von den prachtvollen Verhältnissen dieser Seniorenresidenz (übrigens ebenso von der Ausstellung) und waren froh, dass sie diesen Bonus-Teil des Fachtreffens noch mitgemacht hatten.
Bericht und Fotos: Kay Strathus
